Serie C — Datenpunkt der Woche · 25. August 2026

Gerade einmal 11 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen in Deutschland setzen künstliche Intelligenz für ihr …

Bitkom: 41 % active Nutzung — und warum die Breite trügt

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Gerade einmal 11 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen in Deutschland setzen künstliche Intelligenz für ihr internes Wissensmanagement ein. Das zeigt eine aktuelle Bitkom-Studie.

Doch diese Zahl zeigt nicht das ganze Bild. Erfasst wurden ausschließlich Betriebe, die ohnehin bereits zu den KI-Anwendern zählen – wie gering der Anteil im oft konservativeren produzierenden Mittelstand ausfällt, bleibt offen. Zudem verrät die Statistik nicht, ob diese wenigen Anwender die Technologie nur in einem isolierten Pilotprojekt testen oder damit bereits den technischen Service produktiv entlasten.

Am Schreibtisch bedeutet das: Während die KI im selben Betrieb bereits einfache Marketingtexte entwirft, sucht der Support-Ingenieur bei einer unklaren Spezifikation für eine Sonderanfertigung manuell in alten E-Mails und lokalen Dokumenten nach der technischen Lösung. Das über Jahrzehnte aufgebaute Fachwissen bleibt unerreichbar, weil im Backoffice kein geordneter Wissensbestand existiert, an dem sie arbeiten könnte.

Aus Sicht der Betriebsführung liegt hier ein entscheidender Hebel. Das Aufräumen der Datenbasis war jahrzehntelang schlicht zu teuer und aufwendig. Doch heute lässt sich das verborgene Wissen aus Handbüchern und Service-Mails genau für den ersten konkreten Anwendungsfall erschließen. Die KI Technologie hilft beim Aufräumen der Datenbasis, sodass eine geprüfte Wissensbasis entsteht, ohne dass der gesamte Betrieb auf einmal umgekrempelt werden muss.

Die in den Medien gefeierten hohen KI Nutzungsquoten sind eine reine Illusion von Fortschritt. Ein Betrieb gilt in der Statistik bereits als Anwender, wenn irgendwo eine einfache Übersetzung angefertigt wird. Der eigentliche Hebel liegt an der Stelle, an der das Fachwissen des Hauses arbeitet – und genau dort bleibt die KI Technologie fast immer blind, weil der geordnete Wissensbestand fehlt.

Die entscheidende Frage für Geschäftsführer ist daher kein statistischer Erfolg, sondern ob das wertvolle Wissen des Hauses so geordnet vorliegt, dass eine KI-Software überhaupt daran arbeiten kann.

Nr. 101 · Cord Cassel · Zuerst erschienen auf LinkedIn, hier in der Originalfassung.

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